Vier Jahre Schmerzen nach dem Kaiserschnitt – und eine KI, die mir endlich Orientierung im Gesundheitswesen gab
Na-die-ja | 25. Juli 2025 | Netzwerktagebuch
Kategorie: persönlicher Essay, Fallgeschichte mit Systemkritik
Stichworte: künstliche Intelligenz, AI, Narbenbehandlung, Verwachsungen nach Kaiserschnitt,KI sortiert. Die Profis behandeln
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Erfahrungsbericht (zusammengefasst)
„Waren die Kaiserschnitte geplant?“ fragt sie. Ich ärgere mich. Warum denn jetzt diese Frage? Ich könnte so viel dazu sagen – aber nicht in fünf Minuten. Und eigentlich geht’s heute um die Narbe. Seit vier Jahren begleitet mich dieser Schmerz – ein Ziehen, ein Drücken, manchmal wie ein inneres Reißen entlang der Hüfte. Ich habe so viele Behandlungen ausprobiert. So viele Gespräche geführt. Und heute bin ich wieder hier. Ob diese Behandlung hilft? Ich weiß es nicht mehr. Aber eines weiß ich: Ich bin müde. Vom Suchen, vom Erklären, vom Hoffen.“
Hier geht’s zur ausführlichen Version – ganzer Erfahrungsbericht – mit allen Gedanken und Gefühlen“
Erfahrungsbericht
„Waren die Kaiserschnitte geplant?“ fragt sie. Ich ärgere mich. Warum fragt sie das jetzt? Das ist ein riesiges Thema – und eigentlich bin ich wegen der Narbenbehandlung hier.
„Natürlich nicht!“, antworte ich. Ich hatte eine Hausgeburt geplant. Doch das Baby kam nicht, wir mussten ins Krankenhaus. Dort versuchte ich weiter alles – stundenlang. Am Ende musste doch ein Kaiserschnitt gemacht werden. Das Fruchtwasser war grün, ich hatte hohes Fieber. Ich wollte diesen Kaiserschnitt wirklich nicht. Aber er wurde notwendig.
Sie nickt, ohne aufzusehen. Ich schweige kurz, meine Gedanken gleiten zurück zu dieser Geburt. Heute würde ich sie als traumatisch bezeichnen. Es hat Jahre gedauert, das zu verarbeiten. Vielleicht, weil ich mir alles so sehr anders gewünscht hatte.
Nach dem ersten Kaiserschnitt bekam ich starke Probleme im linken Hüftbereich. Es fühlt sich an, als zöge ein harter, innerer Strang von der Narbe zur Hüftschaufel – als würde mich etwas nach vorne ziehen. Daraus resultieren Rückenverspannungen bis in die Rippen. Manchmal schmerzt ein Muskel an der Seite. Wenn ich mich dehne oder Triggerpunkte bearbeite, zuckt mein linker Unterbauch wie ein Nervengewitter. Es zwiebelt und schmerzt.
Meine Hebamme meinte, ich sei ein Einzelfall. Niemand habe sie je mit solchen Beschwerden erlebt. Ist das wirklich so selten?
Diese Hebamme war auch der eigentliche Grund, warum ich heute hier gelandet bin – bei einer neuen Hoffnungsträgerin: einer Physiotherapeutin mit zusätzlicher Ausbildung in Osteopathie, empfohlen über ein Hebammenforum. Ich denke daran, wie kompliziert es ist, die richtigen Personen zu finden.
Ich soll mich auf die Seite drehen. Ich bin genervt. Wieder nicht zugehört, denke ich. Ich drehe mich innerlich eingeschnappt auf die Seite. Vielleicht findet sie ja ihre eigene Erkenntnis. Ich glaube allerdings nicht mehr daran, dass sie das Problem wirklich lösen kann – wieso hört sie mir denn nicht richtig zu? Ich habe das Problem seit vier Jahren und natürlich inzwischen genau herausgefunden, wo die Veränderung sitzt.
„Hm“, höre ich sie zum ersten Mal etwas Hoffnungsvolles sagen. „Hm“, wiederhole ich. Sie schaut hoch, fühlt den verspannten Strang am Rücken. „Ganz schön verspannt“, sagt sie. „Ja“, antworte ich automatisch.
Sie bittet mich aufzustehen. Ich kenne das schon: gerade hinstellen, nach vorne beugen, zur Seite drehen, alles einmal im Sitzen wiederholen. Ich sage, was ich immer sage: „Ich fühle mich ganz schief. Das zieht an meiner Hüfte.“ Sie stimmt zu. „Ja, Sie sind schief.“ Ein kurzer Moment von Einigkeit. Aber: Kann sie damit nun etwas anfangen?
Ich bin wieder im Jetzt angekommen. Und mittelfrustriert. Denn eigentlich laufen alle Besuche bei Behandler:innen ähnlich ab – und führen am Ende zu nichts. Im Gegenteil: Manchmal verlasse ich die Praxis mit weiteren Verletzungen. Sätze wie: „Oh ja, die Narbe ist ganz eingezogen – die könnte man korrigieren lassen“, sind einfach überflüssig. Und schmerzhaft. Vor allem, wenn ich dann erfahre, dass das nicht mal die Kasse übernimmt. Die Narbe hatte mich eigentlich gar nicht gestört – bis jemand mir sagte, wie unschön sie sei. Und jetzt ärgere ich mich doppelt: über die Form, über die Kasse, über das System. Nein, ich lasse mich nicht nochmal operieren. Ich werde keine neue Verwachsung riskieren. Auch wenn ich manchmal denke, dass genau das notwendig wäre – dass man diesen Strang an der Hüftschaufel lösen müsste.
Die Therapeutin atmet hörbar ein – der Moment ihrer Zusammenfassung. Also: Wir fangen mit der Haltung an. Manuelle Therapie. Dafür habe ich die Überweisung. Osteopathische Verfahren macht ihre Kollegin – die ist noch im Urlaub. Ich solle einen Termin vereinbaren, wenn sie zurück ist.
Ich schalte um, höre mit meinem inneren Fachblick. Sie arbeitet auf Basis dessen, was ihr System erlaubt. Und dieses System ist eng. Sie kann nur tun, was in ihre Ausbildung fällt. Aber was, wenn das nicht reicht? Was, wenn jemand sagen müsste: „Ich kann Ihre Hauptprobleme nicht behandeln – ich kann nur einige Symptome lindern. Gehen Sie lieber zu …“
Ich frage mich: Wer hat den Überblick? Wer sagt mir, was ich wann brauche, zu wem ich zuerst gehen sollte? Wer koordiniert das alles? Ich sehne mich nach einem Menschen mit Weitsicht. Jemand, der mich wirklich sieht, alles einbezieht, einen Weg skizziert. Einen allwissenden Gesundheitsexperten. Gibt es so jemanden?
Ich hatte gehofft, diese Physiotherapeutin mit osteopathischer Zusatzausbildung könnte diese Person sein. Aber nun soll ich die Kollegin kennenlernen – wieder jemand Neues, wieder alles erklären, wieder ein Teil privat zu zahlen. Wieder jemand, der vielleicht auch nicht die Lösung ist.
Ich bin müde. Frustriert. Versuche, das Beste aus der Situation zu machen. Vielleicht hilft die manuelle Therapie ja gegen die Verspannungen – vielleicht sind meine Nächte dann besser. Der Schmerz ist abends immer am schlimmsten.
Als sie beginnt, meine Seite und meinen Bauch zu behandeln, lasse ich innerlich los. Ich beschließe, diese Termine als kleine Auszeit zu sehen. Entspannung vom Mama-Alltag. Dieses oberflächliche Streichen wird vermutlich nichts verändern – nicht einmal die Muskelverspannungen. Aber vielleicht hilft es mir trotzdem. Weil es Raum schafft. Für mich.
Als sie fertig ist, ziehe ich mich automatisch an. Wir vereinbaren sechs weitere Termine – und einen bei der Kollegin. Ich nicke, trage alles in meinen Kalender ein. Vielleicht bringt es ja doch etwas, denke ich. Und belüge mich damit ein wenig – und bin gleichzeitig erleichtert über die Aussicht auf Aufmerksamkeit und Ruhe.
Ich könnte auch noch einen Orthopäden aufsuchen. Oder einen Internisten. Aber heute gehe ich erstmal zurück in meinen Alltag mit zwei kleinen Kindern. Mein Partner strahlt mir in der Küche entgegen: „Und? Hat es geholfen?“
Ich spüre, wie ich „Ja“ sagen will – um ihn zu entlasten. Aber ich bin ehrlich: „Nee, nicht wirklich.“
In dieser Nacht liege ich wieder wach. Die Hüfte schmerzt. Und plötzlich ist da dieser Gedanke: Wo finde ich jemanden, der mich wirklich versteht? Der alles sieht?
Natürlich – nirgendwo. Diesen Menschen gibt es nicht. Zumindest nicht in einer Person. Nicht in einem System, das aufgeteilt ist in kleine Puzzlestücke.
Und dann – irgendwann in dieser Nacht – kam mir ein anderer Gedanke: Vielleicht frage ich einfach mal eine Künstliche Intelligenz. Weil sie vielleicht endlich mal alle Perspektiven gleichzeitig anschauen kann.
Eine professionelle Einschätzung durch ChatGPT
Ich habe ChatGPT meinen Fall geschildert und um eine digitale Gesundheitsberatung gebeten. Die Antwort war sehr ausführlich, strukturiert und überraschend klar. Im Folgenden zeige ich eine gekürzte Version der Beratung – um zu verdeutlichen, wie hilfreich so ein Gesprächsverlauf sein kann.
Kurzversion der digitalen Gesundheitsberatung – Fall: Beschwerden nach Kaiserschnitt (Verwachsungen)
📌 Einleitung der Beratung – so beginnt der Kontakt: „Bitte beschreibe mir dein Anliegen so, wie du es auch einem Arzt oder einer Ärztin schildern würdest. Denk daran: Je klarer du Symptome, Verlauf, bisherige Maßnahmen und deine Fragen formulierst, desto gezielter kann ich dir helfen …“
📌 Zusammenfassung deines Anliegens: Du hattest zwei Kaiserschnitte (2021 und 2024). Danach traten anhaltende Beschwerden im Bereich der linken Hüftschaufel und des unteren Bauches auf. Du beschreibst eine verhärtete Struktur, die von der Narbe ausgeht und sich auf Haltung, Muskulatur und Nervensystem auswirkt. Während der zweiten Schwangerschaft verschwanden die Beschwerden – jetzt sind sie zurück.
🧠 Wahrscheinliche medizinische Erklärung: Die Symptome sprechen für postoperative Adhäsionen (Verwachsungen), wie sie nach Bauchoperationen häufig auftreten.
🔎 Mögliche Diagnosen:
Narbenadhäsionen (Verwachsungen)
Myofasziale Spannungssyndrome
Nervenreizungen
Beckenasymmetrie
Faszienverklebungen
Häufigkeit:
Bis zu 90 % entwickeln Verwachsungen nach Bauch-OPs
10–30 % erleben chronische Schmerzen, oft ohne bildgebenden Nachweis
Empfohlene Maßnahmen:
- Physiotherapie mit Fokus auf Haltung, Beckenstatik und Nervenmobilisation
- Viszerale Osteopathie zur Lösung tiefer Gewebespannungen und Mobilisation innerer Strukturen
- MRT oder spezieller Ultraschall zur Darstellung von Narbenzügen
- Faszientherapie, manuelle Narbenentstörung
- Bewegungstherapie (z. B. Spiraldynamik)
- Low-Level-Laser, Mikrostrom, Nervenmobilisation
- Traumatherapie / Psychosomatik
- (als letzter Schritt:) Operation
💬 Wichtige Hinweise:
Du bist kein Einzelfall.
Deine Erfahrung ist real.
Die Beschwerdefreiheit während der Schwangerschaft spricht für reversible, mechanische Ursachen.
Konkrete Handlungsempfehlung:
Dokumentation der Beschwerden (Skizzen, Sprache, Notizen)
Spezialisierte Faszientherapie oder Narbenbehandlung
Gynäkologische oder schmerztherapeutische Begleitung mit Blick auf Adhäsionen
Viszerale Osteopathie
Eigenübungen mit Fokus auf Haltung und Atmung
Mein Aha-Moment – endlich eine Diagnose, endlich ein Plan
Was mich am meisten berührt hat: Ich hatte plötzlich eine medizinisch nachvollziehbare Erklärung für meine Beschwerden. Es war nicht mehr nur ein diffuses „Da stimmt was nicht“, sondern: postoperative Adhäsionen – Verwachsungen, die man benennen, erklären und in ein therapeutisches Konzept einordnen kann. Und genau daraus ergab sich zum ersten Mal ein Plan.
KI sortiert. Die Profis behandeln
Ich weiß: Eigentlich stellen Ärzt:innen Diagnosen – und leiten dann weiter. Aber bei mir war das nie so eindeutig. Ich bekam Überweisungen, Therapieempfehlungen, manchmal sogar Verunsicherung. Was mir fehlte, war ein Überblick. Und genau da kam die KI ins Spiel.
Die Vorschläge waren nicht nur sinnvoll – sie hatten eine innere Logik, sie bauten aufeinander auf. Ich konnte die nächsten Schritte ablesen und fühlte mich endlich nicht mehr verloren.
Kurzüberblick der zentralen Inhalte der Gesundheitsberatung:
Kategorie | Inhalt |
|---|---|
Mögliche Diagnosen | Verwachsungen, myofasziale Spannungen, Nervenreizungen, Beckenasymmetrie, Faszienverklebungen |
Erklärungsmodell | Mechanisch bedingte Spannung im Gewebe, plausibel in Bezug auf Schwangerschaft, Narbe, Schmerzverlauf |
Empfohlene Maßnahmen | Physiotherapie, viszerale Osteopathie, Faszientherapie, gezielte Bewegung, Psychosomatik, ggf. Bildgebung |
Wichtige Hinweise | Du bist kein Einzelfall, deine Beschwerden sind real, das Thema wird oft verkannt |
Handlungsempfehlung | Strukturierter Plan aus ärztlicher Begleitung, körperlicher Therapie, Selbsthilfe und Dokumentation |
Therapieoptionen im Überblick:
Maßnahme | Ziel | Anmerkung |
Faszientherapie / Narbenentstörung | Lösen von Verklebungen | Manuell oder per Schröpfkopf, Narbenpflege mit Vibration etc. |
Bewegungstherapie mit Haltungsschulung | Symmetrie zurückgewinnen | z. B. Spiraldynamik, Franklin-Methode |
Narbenbehandlung mit Mikrostrom oder Low-Level-Laser | Regeneration und Entzündung reduzieren | Muss gezielt angewendet werden |
Nervenmobilisation (z. B. Ilioinguinalis / Iliohypogastricus) | Linderung des Nervenschmerzes | In Physio oder Schmerztherapie möglich |
Psychosomatische Begleitung | Trauma-, Körpererinnerung und Schmerzverarbeitung | Gerade nach Geburten ein wichtiger Aspekt |
Operative Lösung von Verwachsungen | Selten notwendig, aber möglich | Sollte der letzte Schritt sein – Rückfallrisiko beachten |
Die Überblicke waren für mich der Schlüssel. Ich muss zugeben: Alles davon hatte ich schon mal irgendwo auf meinem vierjährigen Weg gehört. Irgendwer hatte ähnliche Dinge mal nebenbei erwähnt. Aber so auf einen Blick, so übersichtlich und klar, hatte ich es nie gesehen. Das Ganze war bisher immer zerstückelt, jeder Kontakt fühlte sich neu an. Jetzt hatte ich plötzlich einen Zusammenhang. Eine Diagnose mit einem davon ausgehenden Plan. Und das veränderte alles. Es machte meine Beschwerden greifbar – und ließ die nächsten Schritte sinnvoll erscheinen. Auch wenn die Therapievorschläge sich deckten mit dem, was ich bereits tat.
Pro- und Contra-Liste – mein persönlicher Eindruck der Gesundheitsberatung durch AI:
Pro AI-Gesundheitsberatung | Contra AI-Gesundheitsberatung |
Kein Zeitdruck – ich kann in Ruhe alles formulieren und jederzeit pausieren | Keine körperliche Untersuchung möglich |
Kein Gefühl, „lästig zu sein“ – auch bei langen Erzählungen wird alles aufgenommen | Persönliche Beschreibung muss sehr klar und vollständig sein – „Ich hab Rückenschmerzen“ reicht nicht |
Erfasst und berücksichtigt meine Informationen („hört wirklich zu“) | Das Optimum zu kennen, kann frustrieren, wenn kein Zugang dazu besteht |
Kommuniziert freundlich, zugewandt und auf Augenhöhe | Quellenangaben nicht immer prüfbar / Einzelfälle schwer einzuordnen |
Reagiert auch auf unterschwellig mitgeteilte Sorgen ganzheitlich | Technische Infrastruktur nicht für alle verfügbar |
Gibt eine strukturierte Wiedergabe meines Problems (zur Vergewisserung) | KI kennt keine emotionale Vorgeschichte oder nonverbale Signale – wichtige Zwischenebenen fehlen |
Listenform für medizinisches Vorgehen ist übersichtlich und motivierend | Sprachbarrieren oder Unsicherheiten im Formulieren können dazu führen, dass wichtige Infos fehlen |
Diagnosen werden als Auswahl angeboten – nicht dogmatisch | Gefahr, medizinische Laien mit zu vielen Optionen oder Fachbegriffen zu überfordern |
Statistiken helfen bei der Einordnung | Kein Abgleich mit Akten, Vorbefunden oder Laborwerten möglich (außer explizit eingebracht) |
Konkrete Handlungsempfehlungen auf ärztlicher, therapeutischer und persönlicher Ebene | Risiko der Selbstdiagnose oder falscher Sicherheit bei komplexen Problemen |
Psychosomatik wird integriert, ohne stigmatisiert zu wirken | Die Verantwortung bleibt komplett bei der ratsuchenden Person – kein gesetzlich geschützter Rahmen |
Wirkt empowernd: erst Erklärung, dann Handlung | |
Frage-Antwort dauerte nur wenige Minuten – hohe Effizienz | |
Unschlagbar: enorme Zeitersparnis – alle relevanten Informationen auf einen Blick | |
Vertiefende Nachfragen in alle Richtungen möglich |
Zweiter Versuch – was passiert, wenn man „nur so“ schreibt?
Ich startete eine zweite Anfrage – unstrukturiert, alltagsnah: „Mir tut der Rücken weh, meistens die Hüfte, aber jetzt alles. Nachts werde ich bald verrückt.“
Trotz der knappen Schilderung erkannte die KI verschiedene mögliche Ursachen – von muskulären Verspannungen über Beckenverwringungen bis hin zu psychosomatischen Aspekten. Ich bekam sofort Tipps für die Nacht, mögliche Erklärungsmodelle und das Angebot, daraus eine Gesprächsvorbereitung zu machen.
Ich war beeindruckt, wie sensibel auch diese vage Eingabe aufgenommen wurde – und wie die Beratung sich in wenigen Sätzen an meine Realität annäherte. Spätestens an der Stelle, an der der Kaiserschnitt „indirekt“ erwähnt wurde, wusste ich: Hier steckt ein echtes Analysemodell dahinter. Ich bin wirklich begeistert.
Als Gesundheitsexpertin sehe ich viele Parallelen zu fundierten Erstgesprächen im klinischen oder beratenden Kontext – allerdings mit dem Unterschied, dass hier niemand gestört, gehetzt oder voreingenommen wirkt.
Natürlich ersetzt die KI keine Diagnostik, keine Behandlung – und sie ersetzt auch nicht die persönliche Fürsorge durch Menschen. Aber sie gibt Struktur, Verständnis und einen ganz konkreten Plan an die Hand. Das ist ein Gewinn.
Ein entscheidender Zusatz – Wirkung und Eigenverantwortung:
Tatsächlich hatte die physiotherapeutische Behandlung eine spürbare Wirkung auf meinen Körper. Ich konnte erstmals seit Langem nachts besser schlafen – allein das war ein riesiger Fortschritt. Dennoch fehlte mir in der Begleitung der entscheidende ganzheitliche Faktor: Aufklärung und Empowerment.
Als Gesundheitsmanagerin mit dem Schwerpunkt Stressbewältigung weiß ich, wie wichtig es ist, Symptome einordnen zu können, um sich kohärent zu fühlen. Denn nur wenn ich die Zusammenhänge verstehe, wird das Erlebte nicht als bedrohlich gespeichert – sondern als etwas, womit ich umgehen kann. Das macht einen enormen Unterschied für die Verarbeitung von Schmerzen.
Ein Freund sagte diese Woche nach einem Spaziergang etwas zu mir, das schließlich meinen eigenen Aha-Moment ausmachte: „Wenn 45 Minuten bei der Physiotherapeutin so viel bewirken – stell dir vor, du könntest selbst lernen, was du da drücken musst.“ Dieser Satz hat mich zum Nachdenken gebracht. Natürlich werde ich in dieser kurzen Zeit nicht zur Physiotherapeutin – aber ich will Expertin für mein Problem werden. Ich möchte wissen, was da los ist. Und wie ich selbst darauf Einfluss nehmen kann. Vielleicht geht es nicht allen so – aber ich vermute, dass viele Menschen ebenfalls so empfinden.
Fazit:
Ich bin wirklich begeistert und muss sagen, dass ich als Gesundheitsexpertin dieses Tool zur ersten Gesundheitseinschätzung wirklich empfehlen kann.
Die Vorschläge, die ich erhalten habe, kann ich mit meiner langjährigen Erfahrung im Gesundheitswesen definitiv fachlich befürworten. Natürlich ersetzt ChatGPT nicht das Gespräch mit – oder die Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt und erst recht keine professionelle Behandlung.
Für Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Medien haben oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten, ist es kein Ersatz – aber ein möglicher neuer Baustein im System.
Statt fragmentierter Hinweise hatte ich zum ersten Mal einen nachvollziehbaren Plan. Und allein das spart Zeit, Nerven und gibt ein Gefühl von Orientierung.
In meinem konkreten Fall konnte ich den Vorschlägen direkt folgen. Ich war bei der Physiotherapie und obwohl ich noch nicht weiß, was genau die Therapeutin gemacht hat. Es hat mir geholfen.
Ich konnte besser schlafen. Und ich freue mich auf die nächsten Sitzungen. Mein Ziel ist jetzt, dort mehr zu lernen: über das, was sie tut – und über das, was ich selbst im Anschluss weitermachen kann, um langfristig schmerzfreier zu leben. Ich möchte verstehen, was mir hilft – und das ist eine Haltung, die durch die Beratung mit KI gestärkt wurde.
Ich glaube wirklich, dass Menschen mit ihren Händen, ihrer Empathie und ihrem Wissen großartige Arbeit leisten – aber sie brauchen oft Zeit, Struktur und Klarheit im System. Und genau hier könnte KI helfen: als ergänzendes Werkzeug, nicht als Ersatz.
Ausblick und Idee:
Wir brauchen neue Strukturen im Gesundheitswesen – Orte, an denen KI und menschliches Fachwissen zusammenarbeiten. In Gesundheitszentren könnten Gesundheitslots:innen digitale Systeme nutzen, um schneller zu erfassen, was gebraucht wird. KI kann filtern, bündeln und leiten – damit Zeit gespart, Doppeluntersuchungen vermieden und Patient:innen effizient zu den richtigen Behandlungen geführt werden. KI kann eine große Chance sein, unseren Gesundheitsmarkt neu zu denken – und helfen, Schwierigkeiten durch Kommunikationsbarrieren, Zeitdruck und mangelnde Weitsicht durch Wissenslücken im Feld zu schließen. Unter menschlicher Verantwortung und immer mit geschulter empathischer Begleitung. Lasst uns das Gesundheitssystem neu denken – für mehr Klarheit, weniger Zeitverlust – damit menschliche Expertise endlich dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
KI sortiert. Die Profis behandeln.
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